VW- Manager drohen 169 Jahre Haft. Ein Trauerspiel der US-Justiz.

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Machen wir uns nichts vor, liebe Leserinnen und Leser: Der Automobilhersteller VW  hat bei seinem Dieselgate den gesamten Ruf der deutschen Automobilindustrie in den Dreck gezogen. Die einstige Automobilnation mit dem Ruf einzigartiger Ingenieurskunst ist erheblich in Mitleidenschaft gezogen, ja wenn nicht sogar ruiniert worden. Einer der Hauptverantwortlichen, wenn nicht sogar DER Hauptverantwortliche, hat getan was alle Verantwortlichen in dieser Statusliga tun, wenn es brenzlig wird: Sie treten zurück und hinterlassen – bei vollen Bezügen versteht sich- einen Scherbenhaufen.

Martin Winterkorn hat die Fliege gemacht und ist, das kann man nach allem wie es aussieht, fein raus. Das ist schlecht. Der Umgang mit einem solchen möglichen Fehlverhalten des Managers ist maliziös für das deutsche Rechtssystem. Hier verschwimmen die Dimensionen von Recht und Unrecht. Wie kann jemand weitgehend straffrei davon kommen, wenn er doch möglicherweise so einen großen Schaden für tausende Mitarbeiter und Kunden des Konzerns in Kauf genommen hat oder, was zu beweisen wäre, sogar initiiert hat?

In Deutschland gibt es offenbar ausreichend Lücken im Gesetz, um mit noch nicht mal einem blauen Auge aus derartig wirtschaftskriminellen Situationen herauszukommen. In den USA siehst dies schon wieder anders aus.

VW- Manager haben in den USA kaum noch eine Chance je wieder aus dem Gefängnis zu kommen.

Winterkorn kann sich in Deutschland in aller Ruhe um seine geliebten Koi-Fische kümmern. Mehr als dass er den Strom für die Sauerstoffpumpen der Koi-fische jetzt selbst bezahlen muss, wird ihm vermutlich nicht passieren. In die USA einreisen sollte man dem Manager derzeit aber vielleicht nicht empfehlen. Die US-Justiz ist nämlich das genau andere  Übel. Sie überzieht die Strafen für die VW-Betrüger erheblich. Einige Manager sitzen in den Staaten schon im Gefängnis. Wenn die Amerikaner ernstmachen vielleicht sogar bis an ihr Lebensende.

Wie jetzt in Medienberichten bekannt wurde fordern einige Staatsanwälte bis zu 169 Jahre Haft für einen VW-Manager, der bei seiner Heimreise aus dem Miami-Urlaub von den Behörden festgenommen wurde. Elf Anklagepunkte lägen vor, so die Justiz-Behörden. Er werde, so ein Repräsentant, sich auf ein Leben im Gefängnis einstellen müssen. Dabei überspannen die US-Behörden nicht nur den Bogen, sie führen auch jede Form moderner Rechtsprechung ad absurdum. Einen Wirtschaftskriminellen, der vermutlich nicht mal zur Elite des Konzerns gehört, mit der Strafe eines Mörders zu belegen ist unverhältnismäßig und drakonisch.

Das Vorgehen schreckt Täter darüber hinaus vermutlich auch nicht ab, weil die Strafe derart über den Horizont des zu erwartenden schlägt, was wiederum dazu führt, dass man Mitleid mit dem eigentlichen Täter entwickelt und so der Bestrafende zum eigentlichen Schurken avanciert.

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