TÜV Rheinland: Professionelles Tuning ist ok. Illegales lebensgefährlich.

Foto: TÜV Rheinland

Auch tunen will gelernt sein. In den 90er Jahren galt es als Jugendlicher mit Führerschein geradewegs als Verbrechen, wenn man an seinem Ultragebrauchtwagen nicht mindestens einen „bösen Blick“ installiert hatte. Tuning gehörte zum guten Ton. Niemand wollte ein Auto von der Stange besitzen. Niemand war zufrieden mit Standard-Gurten. Recaro-Gurte sollten es mindestens sein! Doch bei dieser „Autokosmetik“ blieb es in vielen Fällen nicht. Nicht selten wurde auch im Motorraum herumoperiert, um die Leistung zu steigern oder den „Sound“ zu verbessern. Hierzu wurde dann ebenfalls eine ganze Auspuffanlage „vom Kollegen“ eingebaut. Die Folge: Viele Todesfälle durch Bremsanlagen, die nicht auf die Leistung abgestimmt waren oder sonstige unfallverursachende Umbauten.

Auch heute ist das Tuning noch modern, allerdings hat nun der TÜV seine Augen auf die Umbauten und gibt gute Ratschläge.

„Die Maxime lautet: Entdecke das Mögliche. Spaß und Verkehrssicherheit lassen sich verbinden. Denn die Sicherheit muss und darf beim Tunen nicht auf der Strecke bleiben“, so Steffen Mißbach, Kfz-Experte bei TÜV Rheinland.

Widebodykits müssen eingetragen werden.

Viele der Änderungen – wie etwa die beliebten Widebody-Kits – müssen geprüft und in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden. Hierbei helfen die Fachleute von TÜV Rheinland an gut 200 Servicestationen in ganz Deutschland: Um stets auf der sicheren Seite zu sein, sollten sich Tuningfans in der Planungs- sowie Umbauphase über legale Mittel und Wege bei Kfz-Sachverständigen auf den technischen Prüfstellen informieren.

„Mit professioneller Begleitung, gerade bei umfangreicheren Projekten, sparen Tuner letztlich Geld und Nerven“, sagt Mißbach.

Billigware kostet in der Regel gleich zweimal.

Fallen gibt es einige: Mit der Nachfrage wächst auch der Markt für billige, illegale Nachbauteile – insbesondere im Internet. „Bei vermeintlichen Schnäppchen ist Vorsicht geboten, auch angebliche Prüfgutachten könnten gefälscht sein.“ Schlechte Verarbeitung, Haarrisse oder Ähnliches seinen erst zu erkennen, wenn es zu spät ist.

Überrollkäfige sind wieder in Mode

Eine Art Renaissance feiern bei den Tunern in jüngster Zeit die im Motorsport obligatorischen Überrollkäfige bzw. -bügel. Theoretisch sind diese ohne Eintragung denkbar, praktisch sieht das meist anders aus: Hat der Umbau Auswirkungen auf die Sichtverhältnisse oder verändern sich die Fahrzeugeigenschaften – reduziert sich etwa die Zahl der Sitzplätze oder wird der Einstieg ins Fahrzeug durch eine Strebe erschwert – muss ein Eintrag erfolgen. Teile nahe dem Kopfbereich von Fahrer oder Mitfahrern müssen gepolstert werden. Mögliche Bohrlöcher in der Karosserie sind zu versiegeln.

Wer Eintragungen versäumt zahlt in der Regel empfindliche Strafen.

Sind notwendige Eintragungen nicht vorhanden, kann es teuer werden: Neben Bußgeldern und Punkten in Flensburg können auch die Versicherer im Schadensfall Regress fordern. Mißbach:

„Grundsätzlich muss alles, was Geräusch- und Abgaseigenschaften beeinflusst sowie die Sicherheit gefährden könnte, eingetragen werden.“

Weitere Informationen gibt der TÜV Rheinland auf seiner Homepage unter www.tuv.com/tuning

 

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