Elektro-LKW geht nicht? Geht doch! Auf Borkum gibt’s den Beweis

Wenn wir als Autofans mal so richtig in uns gehen und uns überlegen, wo genau Elektromobiliät so richtig Sinn machen würde, so stoßen wir doch immer auf Ideen in unserem unmittelbaren Nahbereich. Wenn Lieferfahrzeuge die täglich zu tausenden durch unsere Städte fahren elektronisch angetrieben wären, so würde sich die Luftqualität in den Quartieren um ein vielfaches Verbessern. Doch so gut die Idee auch ist, viele Speditionen zweifeln noch an der Verlässlichkeit der Elektrolieferfahrzeuge, vor allem wenn es um die Reichweite geht. Das dies aber sehr wohl funktionieren kann, zeigt ganz aktuell ein Beispiel auf der Insel Borkum. Dort testete ein Getränkevertrieb von Mitte März bis Anfang April den E 75 TL, einen E-LKW mit gewichtsoptimierten Getränkeaufbau, der Firma Orten Electric-Trucks mit batteriebetriebenem Antrieb.

122 PS bei einer Reichweite von 100 km

Der Elektro-LKW kommt auf eine Motorenleistung von rund 122 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h und die Reichweite ungefähr 100 km. Das klingt auf den ersten Blick wenig, ist aber absolut ausreichend für den Verkehr auf einer Urlaubsinsel wie Borkum, die sich durch kurze Wege auszeichnet.

Elektromobilität eignet sich hervorragend zu Anlieferung mit viel Start/Stopp Verkehr.

Die Getränke werden mit diesem Fahrzeug auf Borkum gewissermaßen sauber und nahezu lärmfrei angeliefert, ein Umstand, der auf einer Insel, auf der sich täglich viele Urlauber aufhalten, sehr positiv ankommt. Elektromobilität eignet sich besonders für Auslieferungen mit hoher Start-/Stopp-Frequenz mit überschaubarer Tageskilometer-Fahrleistung. Dementsprechend begeistert zeigten sich Fahrer, Niederlassungsleiter und Geschäftsführer der Getränkegruppe, die den dreiwöchigen Probeeinsatz des E-LKW als durchweg gelungen betrachteten.

Marco Gerken, Niederlassungsleiter Borkum, Gebietsverkaufsleiter Gastronomie, OGV Ost-Friesischer Getränkevertrieb GmbH:

„Der Elektro-LKW mit 7,5 t hat auf ganzer Linie überzeugt. Die kurzen Wege und die Vielzahl von Lieferstopps machen ihn zum idealen Verteilerfahrzeug auf unserer Insel. Der E-LKW fährt nahezu geräuschlos und völlig abgasfrei, ein riesiger Vorteil für die Umwelt, vor allem wenn es sich um die Belieferung der Gastronomie im innerstädtischen Bereich handelt. Es gab keinerlei Umstellungsprobleme, und die Ladezeit für die Batterie liegt bei überschaubaren vier Stunden. Ein weiterer klarer Vorteil ist, dass der E-LKW einen für die Getränkeauslieferung perfekt passenden Schiebplanenaufbau hat, der eine schnelle und einfache Beladung ermöglicht.“

Dr. Frank Dietz, Geschäftsführer Logistik, GMS Getränke & Mehr Servicegesellschaft mbH:

„In unserer GFGH-Gruppe haben wir einen Voll-Elektro-LKW auf der Insel Borkum getestet. Das Fahrzeug wurde von der Tochterfirma unseres LKW-Aufbauers, der Firma Orten Fahrzeugbau, umgerüstet und modifiziert. Die Insel Borkum bot sich für den Test besonders an, da sie als Urlaubsinsel prädestiniert ist, mit LKW bis 12 t Nutzlast befahren werden darf und kurze Wege bietet. Die Bedeutung der E-Mobilität wird auf den anderen Nordseeinseln mit Fahrzeugverkehr und im innerstädtischen Verkehr zunehmend an Bedeutung gewinnen. Und unsere GFGH-Gruppe will mit an erster Stelle stehen, wenn es darum geht, die Belieferung unserer Kunden umweltfreundlicher vorzunehmen.“

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