Darf man im Wohnmobil am Straßenrand übernachten?

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Heute ist Sommeranfang und viele der Campingfreunde unter unseren Lesern stehen schon in den Startlöchern, in die Ferien durchzustarten. Dabei ist es von großer Bedeutung, die Reiserouten durchzuplanen, um bei maximaler Müdigkeit am Steuer auch einen Platz zum Rasten, idealerweise einen Campingplatz, vorzufinden. Nicht überall ist nämlich das Campen erlaubt. Einen groben Überblick über die Rechtslage für das „wilde Campen im Wohnmobil“ gibt derzeit die R&V Versicherung in einer aktuellen Meldung.

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, träumt meistens von unbegrenzten Freiheit. Doch was passiert, wenn die Camper nach der Tagestour die Müdigkeit überkommt, und eine Ruhepause angedacht ist? Dürfen Wohnmobilfahrer dann einfach anhalten, parken und im Fahrzeug übernachten?

Übernachtung am Straßenrand ist erlaubt, aber nur mit Auflagen

Wenn den Campern auf der Wohnmobil-Tour die Augen zufallen und kein Stell- oder Campingplatz in der Nähe ist, bleibt ihnen oft nur die Übernachtung am Straßenrand. Das ist ohne weiteres erlaubt. „Camper brauchen in Deutschland nicht extra einen Stellplatz aufsuchen“, sagt Karl Walter, Kfz-Experte beim R+V-Infocenter. „Sie können ihr Wohnmobil oder ihren Wohnwagen überall dort parken, wo es laut Straßenverkehrsordnung erlaubt ist, zum Beispiel auf einem öffentlichen Parkstreifen.“

Maximal 10 Stunden ist es erlaubt im Wohnmobil zu übernachten

Dabei gibt es jedoch Einschränkungen. „Die Fahrzeuge dürfen nur bis zu 10 Stunden an einer Stelle stehen bleiben“, sagt Karl Walter. Wer häufiger hintereinander an derselben Stelle übernachtet oder das Fahrzeug nach einem Kurztripp wieder auf demselben öffentlichen Parkstreifen abstellt, muss hingegen mit einer Strafe rechnen.

Auch „richtiges“ Campieren ist verboten. „Wer Tisch, Stühle, Grill oder gar ein Zelt aufbaut, braucht eine Genehmigung oder muss auf einen Campingplatz ausweichen“, so R+V-Experte Walter. Mit Einverständnis des Besitzers ist Campen auch auf Privatgrundstücken gestattet. Vorsicht ist bei Naturschutzgebieten geboten: Wer hier übernachten möchte, sollte sich zuvor über die Bestimmungen des jeweiligen Landes informieren. Im Zweifel drohen Strafen von mehreren hundert Euro.

Auf Autobahn Raststätten haben Berufskraftfahrer Vorrang

Grundsätzlich können Camper auch auf Autobahn-Raststätten übernachten. Allerdings dürfen die Fahrzeuge nicht auf für Lkw-Fahrer vorgesehene Parkflächen stehen. Diese Plätze sind Berufskraftfahrern vorbehalten. Oft gibt es in der Nähe von Autobahnen aber private Autohöfe, die nicht so stark frequentiert sind.

Andere Länder, andere Regelungen

Wenn sie mit Ihrem Wohnmobil ins Ausland fahren, sollten sie beim „wilden“ Übernachten vorsichtig sein. Denn die Regelungen sind in vielen Ländern deutlich anders als in Deutschland. „Oft ist es strafbar, außerhalb von Campingplätzen im Wohnmobil oder Wohnwagen zu übernachten“, sagt R+V-Experte Walter. Er rät deshalb, sich vor der Fahrt gut über die Regelungen zu informieren oder aus Sicherheitsgründen immer Campingplätze anzufahren.

 

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