Auch Diesel-Importeure haben massives Stickoxid-Problem

Foto: ADAC

Die deutschen Automobilhersteller, allen voran Volkswagen, Mercedes, BMW und auch Porsche stehen unter massivem Druck. Die Ihnen vorgeworfenen Schummeleien sind Gift für das Image des Automobilstandort Deutschland. Nun allerdings hat sich der ADAC die Aufgabe gemacht, auch mal die Euro-6-Dieselfahrzeuge der ausländischen Automobilhersteller mit Langzeitperspektive durchzutesten. Tatsächlich kam der Automobilclub zu einem überraschenden Ergebnis.

Auch die Abgasreinigungen der ausländischen Hersteller versagen im Test

So läge nach der ADAC Untersuchung der durchschnittliche NOx-Ausstoß der getesteten Fahrzeuge des Renault-Konzerns fast fünfmal so hoch wie bei Modellen von BMW. Der Renault Grand Scénic 160 dCi z.B. stößt innerorts genauso viel Stickoxide aus wie rund 230 Fahrzeuge des Typs BMW 520d, nämlich 1.674 Milligramm pro Kilometer.

„Der ADAC EcoTest zeigt, dass so gut wie alle Hersteller ein massives Emissions-Problem bei ihren Dieselfahrzeugen haben. Wir sehen aber auch: Für die vornehme Zurückhaltung der Importeure nach dem ersten Dieselgipfel gibt es keinen Grund“, so Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik. „Im Gegenteil: Wenn Politik und Industrie Fahrverbote für Dieselfahrer tatsächlich verhindern möchten, muss die Politik jetzt alle Hersteller auf verbindliche Hardware-Nachrüstungen ihrer Autos verpflichten. Die angekündigten Software-Updates bringen mit Blick auf die Umweltbelastung zu wenig Wirkung.“

Deutsche Hersteller erreichen niedrigste Schadstoffwerte im Flottenvergleich

Mit der neuesten Untersuchung hat der Automobilclub die durchschnittlichen Stickoxid-Emissionen der Autokonzerne für die getesteten Euro-6-Dieselmodelle erhoben. Die deutschen Hersteller erreichen dabei das niedrigste Schadstoff-Niveau im Flottenvergleich. Fahrzeuge der BMW-Gruppe (BMW, Mini) schnitten demnach am besten ab, gefolgt von Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns (u.a. VW, Audi, Skoda), Mercedes und Opel.

Renaults erweisen sich laut Studie als besonders schmutzig

Besonders hohe Schadstoffausstöße hingegen waren neben dem Renault-Konzern (Renault, Dacia) bei Fiat-Chrysler (u.a. Fiat, Alfa Romeo, Jeep), Ford, der Hyundai-Gruppe (u.a. Hyundai, Kia), Volvo und dem PSA-Konzern (u.a. Peugeot, Citroen) zu verzeichnen. Anders als die großen deutschen Hersteller hatten es die Importeure beim nationalen Dieselforum Anfang August abgelehnt, ihre Dieselmodelle nachzubessern.

Mercedes verschlechtert sein Ergebnis durch Renault-Kooperation

In der Auswertung wurden die getesteten Modelle unabhängig von Kooperationen und gemeinsamen Motorplattformen ihrem jeweiligen Mutterkonzern zugeordnet. So könnte beispielsweise Mercedes noch besser abschneiden, hätten die Stuttgarter nicht auch Fahrzeuge mit Renault-Motoren im Programm. Im ADAC EcoTest stammt das schlechteste Ergebnis eines Daimler-Fahrzeugs von einem 1,6-l-Renault-Dieselmotor mit Speicherkat. Dieser stößt fast 15-mal so viel NOx aus wie die neuen Mercedes-eigenen Dieselmotoren.

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