83% sehen moralisch-ethische Probleme beim autonomen Fahren

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Mal ganz davon abgesehen, dass die Mehrheit der bundesdeutschen Autofahrer ohnehin gleich zwei Neuentwicklungen, nämlich der Elektromobilität und dem vielfach damit einhergehenden autonomen Fahren, eher kritisch gegenüber steht, stellt sich neben den Zweifeln an der Technik vor allem auch Fragen, die sich nicht ingenieurswissenschaftlich fassen lassen und eher einen philosophischen Hintergrund haben. Hierbei stellt sich vor allem beim autonomen Fahren, also das computergesteuerte Lenken eines Fahrzeugs die Frage nach der ethisch-moralischen Verantwortung im Falle eines schweren Unfalls oder bei der Abwendung eines solchen.

Ausweichen gegen ein Tier oder einen Menschen?

Ein häufig bemühtes aber gleichermaßen auch anschauliches Beispiel ergibt sich aus einer fiktiven Unfallsituation, in die ein autonomes Fahrzeug gerät. Bei einer drohenden Kollision des voll beladenen Fahrzeugs, die nur durch das Ausweichen und damit anfahren eines Menschen oder eines Tieres zu überleben sei, ergibt sich eine ethisch-moralische Entscheidungssituation, die durch einen Computer (noch?) nicht getroffen werden kann. Einer statistischen Ergebung der Cosmos-Direkt Versicherung zur Folge sehen rund 82% der Befragten daher eine Diskussion entlang ethisch-moralischer Problemstellungen auf die Industrie zukommen werde.

Auch die Bundesregierung sieht Handlungsbedarf

Auch die Bundesregierung sieht Handlungsbedarf. Sie hat zu Beginn des Jahres einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der unter anderem regelt, dass die letzte Verantwortung über das Fahrzeug beim Menschen verbleiben muss. Frank Bärnhof, Versicherungsexperte von CosmosDirekt, erklärt: „Auch wenn Autos bereits vollautomatisch fahren können, müssen Menschen jederzeit die Oberhand über die Steuerung behalten. Das heißt konkret: Autofahrer müssen auch in automatisiert fahrenden Autos stets wahrnehmungsbereit bleiben. Sie dürfen die Verantwortung nicht einfach an das System abgeben – und haften nach aktueller Rechtslage weiterhin selbst, wenn ein Unfall passiert.“

Quelle/ Datenbasis:
Repräsentative Umfrage „Auto der Zukunft“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Im Juli 2017 wurden in Deutschland 1.206 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

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